Inhalt (6 Abschnitte)
- Eine amtliche oder verbandsweite Risikozuschlag-Tabelle gibt es nicht; jeder Versicherer legt Zuschläge nach eigenen Richtlinien fest, gesetzlich müssen sie nur angemessen sein (§ 203 Abs. 1 VVG).
- Allgemein machen Zuschläge laut Finanztip oft 10 bis 20 % des Beitrags aus; Makler-Ratgeber nennen marktüblich 10 bis 30 %, bei leichten Befunden 5 bis 10 %.
- Je Erkrankung reichen die genannten Spannen von 0 % (leichter Heuschnupfen, stabile Schilddrüse) bis zu Ablehnungen (z. B. Diabetes Typ 1, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, laufende Psychotherapie).
- Einen eigenen Raucherzuschlag gibt es in der PKV in der Regel nicht; bei erhöhtem Cholesterin nennt ein Makler-Ratgeber 10 bis 20 %, in schwereren Fällen bis 30 %.
- Alle Werte sind Erfahrungswerte aus genannten Quellen, keine Statistik und keine Prognose für Ihren Fall.
Eine amtliche Risikozuschlag-Tabelle für die PKV gibt es nicht – jeder Versicherer legt Zuschläge nach eigenen Richtlinien fest, gesetzlich müssen sie nur angemessen sein (§ 203 Abs. 1 VVG). Laut Finanztip machen Zuschläge oft 10 bis 20 % des Beitrags aus; Makler-Ratgeber nennen je nach Erkrankung Spannen von 0 % bei leichtem Heuschnupfen bis zu Ablehnungen etwa bei Diabetes Typ 1. Die Tabelle unten fasst diese Erfahrungswerte mit Quelle und Stand zusammen (Oktober 2026).
Methodik – bitte zuerst lesen: Die Werte stammen aus öffentlich zugänglichen Makler-Ratgebern und Fachportalen (Sekundärquellen) und wurden am 10.10.2026 am Original geprüft. Sie sind Erfahrungswerte, keine Statistik und keine Prognose. Manche Quellen nennen Prozent vom Tarifbeitrag, andere Euro im Monat – diese Einheiten lassen sich nicht umrechnen, weil der Grundbeitrag fehlt. Versicherernamen nennen wir bewusst nicht. Weichen Quellen voneinander ab, zeigen wir beide Werte.
Risikozuschlag-Tabelle: Spannen nach Erkrankung
| Erkrankung | Genannte Reaktion oder Spanne | Quelle (Stand) |
|---|---|---|
| Allgemein | oft 10–20 % des Beitrags; marktüblich 10–30 %, häufig 15–30 %, leichte Befunde 5–10 % | Finanztip; transparent-beraten.de (09/2026) |
| Heuschnupfen | häufig normale Annahme oder geringer Zuschlag; 0–40 € im Monat | beamtenservice.de (06/2026); transparent-beraten.de (09/2026) |
| Neurodermitis | 0–30 %; mild 10 %, moderat 20–30 %, schwer 40 % und mehr oder Ablehnung | marcusknispel.com (06/2026); covago.de (09/2026) |
| Asthma bronchiale | 15–40 %; mild 10–15 %, regelmäßiges Spray 20–30 %, schwer 40–50 % oder Ablehnung; 60–250 € im Monat | marcusknispel.com; covago.de; transparent-beraten.de |
| Schilddrüsenunterfunktion / Hashimoto | 0–25 %, bei stabilen Werten oft ohne Zuschlag; 25–60 € im Monat | covago.de (09/2026); transparent-beraten.de (09/2026) |
| Migräne, leicht und selten | 0–10 % | covago.de (09/2026) |
| Bluthochdruck, gut eingestellt | etwa 10 % bzw. 10–25 %; 45–150 € im Monat; mit Organschäden ab 30 % oder Ablehnung | marcusknispel.com; covago.de; transparent-beraten.de |
| Erhöhtes Cholesterin (LDL über 190 mg/dl) | 10–20 %, schwerere Fälle bis 30 %; über 220 mg/dl mit weiteren Risikofaktoren Ablehnung möglich | marcusknispel.com (07/2026) |
| Übergewicht BMI 30 bis unter 35 | 10–40 % bzw. etwa 20 %; feiner: BMI 30–32 5–15 %, 33–34 20–30 % | covago.de (09/2026); marcusknispel.com (06/2026) |
| Übergewicht ab BMI 35 | häufig Ablehnung; sonst 30–50 % bzw. 40–50 %; ab etwa BMI 40 meist Ablehnung | covago.de; marcusknispel.com |
| Diabetes Typ 2 | 25–100 %, im Schnitt rund 30 %; ohne Insulin 30–50 %, mit Insulin meist Ablehnung | transparent-beraten.de (07/2026); marcusknispel.com; covago.de |
| Diabetes Typ 1 | im Normaltarif oft Ablehnung | transparent-beraten.de; marcusknispel.com |
| Bandscheibenvorfall, ausgeheilt | 10–50 % typisch, im Durchschnitt 10–20 %; 15–40 %; häufig Ausschluss der Wirbelsäule | marcusknispel.com (02/2026); covago.de (09/2026) |
| Parodontitis in der Vorgeschichte (Zähne & Parodontitis) | häufig 12–28 %; je nach Stadium 5–15 % bis 35–50 %; über drei Jahre ohne Rückfall 0–10 %; statt Zuschlag befristeter Ausschluss | marcusknispel.com (07/2026); covago.de (09/2026) |
| Anpassungsstörung, leicht, abgeschlossen | 10–20 % | covago.de (09/2026) |
| Depression, einmalig, abgeschlossen | 20–30 %; mit Rückfällen 40–50 % oder Ablehnung | marcusknispel.com (07/2026); covago.de |
| Angststörung, abgeschlossen | 30–50 % | covago.de (09/2026) |
| ADHS nach mehrjähriger Behandlungsfreiheit | 10–30 %; bei laufender Behandlung meist Ablehnung | covago.de (09/2026) |
| Laufende Psychotherapie | in der Regel Ablehnung oder Zurückstellung | covago.de; Stiftung Warentest (2023) |
| Hautkrebs: Basaliom nach 5 Jahren · Melanom nach 10 Jahren ohne Rückfall | 10–30 % · 30–50 % | covago.de (09/2026) |
| Morbus Crohn, Colitis ulcerosa | bei nahezu allen Versicherern Ablehnung | covago.de (09/2026) |
| Rauchen | in der Regel kein eigener Raucherzuschlag | beamtenservice.de (06/2026); Ärzte Zeitung (2019) |
Ausführliche Einordnungen mit Abfragezeiträumen, typischen Fragen und Alternativen finden Sie auf den Diagnose-Seiten unter Vorerkrankungen von A bis Z – etwa zu Psychotherapie, Übergewicht und BMI oder Diabetes.
Sonderregeln: Wann der Zuschlag gesetzlich begrenzt ist
Für einige Situationen legen Gesetz oder Verband feste Grenzen fest. Diese Werte sind keine Erfahrungswerte, sondern verbindlich:
| Konstellation | Zuschlag | Grundlage |
|---|---|---|
| Normaltarif | „angemessen“, keine feste Obergrenze | § 203 Abs. 1 VVG |
| Öffnungsaktion für Beamte | höchstens 30 %, keine Ausschlüsse | PKV-Verband |
| Basistarif | kein Zuschlag | § 203 Abs. 1 VVG, § 152 VAG |
| Kindernachversicherung binnen zwei Monaten | kein Zuschlag | § 198 Abs. 1 VVG |
| Adoption eines minderjährigen Kindes | höchstens die einfache Prämie | § 198 Abs. 2 VVG |
| Tarifwechsel mit Mehrleistung | nur für die Mehrleistung, durch Ausschluss abwendbar | § 204 Abs. 1 VVG |
Was die Tabelle nicht leisten kann
Ehrlich gesagt sind Zuschlagstabellen nur ein grober Kompass. Drei Gründe:
Das Gesamtbild zählt
Versicherer bewerten Schweregrad, Verlauf, Behandlungsende, Medikamente und Kombinationen. Zwei leichte Befunde zusammen können strenger bewertet werden als jeder für sich.
Versicherer weichen ab
Dieselbe Vorgeschichte kann bei einem Versicherer ohne Zuschlag und beim nächsten mit hohem Zuschlag angenommen oder abgelehnt werden. In einem veröffentlichten Testfall zu Bluthochdruck reichten die Antworten von 0 bis 80 %.
Der Tarif entscheidet mit
Je umfangreicher die Leistungen, desto größer das Kostenrisiko, das der Zuschlag ausgleichen soll. Derselbe Befund kann in verschiedenen Tarifen unterschiedlich bewertet werden.
Was ein Versicherer Ihnen tatsächlich anbieten würde, zeigt erst eine anonyme Risikovoranfrage mit vollständigen Unterlagen – ohne Antrag und ohne Ablehnung in Ihrer Antragshistorie.
Prozent oder Euro: Was ein Zuschlag wirklich kostet
Ein Risikozuschlag ist ein prozentualer Aufschlag auf den Tarifbeitrag (PKV-Verband). Der Prozentsatz bleibt über die Vertragsdauer stabil – weil der Tarifbeitrag aber mit Beitragsanpassungen steigt, wächst der Zuschlag in Euro mit. Deshalb sagen Euro-Angaben ohne Grundbeitrag wenig aus. Das Diagramm zeigt, was 10, 20, 30 oder 50 % auf einen Beispielbeitrag von 600 € über 20 Jahre ausmachen:
Was ein Risikozuschlag über 20 Jahre kostet
Beispiel: 600 € Monatsbeitrag ohne Zuschlag, Beitragsanpassung 3,4 % pro Jahr, Zuschlag prozentual mitwachsend · Summe der Zuschläge in 20 Jahren
Eigene Modellrechnung, Stand Oktober 2026. Anpassung 3,4 % p. a. = Ø-Anstieg je Versicherten 2006–2026 (WIP/PKV-Verband). Szenarien, keine Prognose; ohne Arbeitgeberanteil.
Ihre eigenen Zahlen – mit Ihrem Beitrag, Arbeitgeberanteil, Beitragsanpassung und einem möglichen Wegfall nach § 41 VVG – rechnet der Risikozuschlag-Rechner. Die Mechanik dahinter erklärt der Ratgeber PKV-Risikozuschlag.
Raucher und Cholesterin: zwei häufige Fragen
Rauchen: Anders als etwa in der Risikolebensversicherung verlangen private Krankenversicherer nach Angaben von Makler-Ratgebern in der Regel keinen eigenen Raucherzuschlag. Die Deutsche Aktuarvereinigung sah laut einem Bericht der Ärzte Zeitung (2019) keinen einheitlichen Effekt, der grundsätzlich höhere Prämien für Raucher rechtfertigen würde. Das heißt aber nicht, dass Rauchen egal ist: Fragt der Antrag nach Erkrankungen der Atemwege oder des Herz-Kreislauf-Systems, werden diese wie jede andere Vorerkrankung bewertet.
Cholesterin: Erhöhte Blutfettwerte sind ein Befund, nach dem viele Anträge über Untersuchungen und Medikamente indirekt fragen. Ein Makler-Ratgeber nennt bei einem LDL-Wert über 190 mg/dl Zuschläge von 10 bis 20 %, in schwereren Fällen bis 30 %, und hält bei Werten über 220 mg/dl – vor allem mit weiteren Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Übergewicht – eine Ablehnung für möglich. Mehr zu diesen Kombinationen auf den Seiten PKV mit Bluthochdruck und PKV-BMI-Grenze.
Was Sie mit der Tabelle tun sollten – und was nicht
- Orientierung gewinnen: Die Spannen zeigen, ob ein Zuschlag, ein Ausschluss oder eine Ablehnung realistisch ist – und ob sich eine PKV mit Zuschlag gegenüber der GKV noch rechnet. Das prüft der Vergleichsrechner PKV mit Zuschlag oder GKV.
- Nicht selbst einstufen: Beantworten Sie Gesundheitsfragen vollständig nach dem Wortlaut des Antrags (§ 19 VVG), nicht nach einer Tabelle. Wie das geht, zeigt der Ratgeber Gesundheitsfragen richtig beantworten; ob eine Behandlung noch abgefragt wird, der Abfragezeitraum-Rechner.
- Später überprüfen: Fallen die Gründe für einen Zuschlag weg, können Sie eine Herabsetzung verlangen (§ 41 VVG).
Wann die GKV mit Zusatzversicherung die bessere Wahl ist: wenn die Tabelle für Ihre Vorgeschichte hohe Zuschläge, Ausschlüsse wichtiger Leistungen oder Ablehnungen erwarten lässt. Sicher offen stehen außerdem der Basistarif (2026 höchstens 1.017,18 € im Monat) und für Beamte die Öffnungsaktion für Beamte. Welche Wege zu Ihnen passen, zeigt der kostenlose Annahme-Check – ohne eine einzige Gesundheitsfrage.
Häufige Fragen
Gibt es eine offizielle Risikozuschlag-Tabelle für die PKV?
Nein. Weder der Gesetzgeber noch der PKV-Verband veröffentlichen Zuschläge je Erkrankung; jeder Versicherer hat eigene, nicht öffentliche Annahmerichtlinien. Das Gesetz verlangt nur, dass ein Zuschlag angemessen ist (§ 203 Abs. 1 VVG). Tabellen im Internet beruhen auf Erfahrungswerten von Maklern.
Wie hoch ist der Risikozuschlag bei der PKV im Durchschnitt?
Eine amtliche Durchschnittszahl gibt es nicht. Laut Finanztip machen Zuschläge oft 10 bis 20 % des Beitrags aus; Makler-Ratgeber nennen marktüblich 10 bis 30 %, bei leichten Befunden 5 bis 10 % und bei schweren Vorerkrankungen mehr (Stand 2026).
Gibt es in der PKV einen Risikozuschlag für Raucher?
In der Regel nicht. Anders als etwa in der Risikolebensversicherung verlangen private Krankenversicherer nach Angaben von Makler-Ratgebern meist keinen eigenen Raucherzuschlag. Rauchbedingte Erkrankungen, nach denen der Antrag fragt, werden aber wie andere Vorerkrankungen bewertet.
Wie hoch ist der Risikozuschlag bei erhöhtem Cholesterin?
Ein Makler-Ratgeber nennt bei einem LDL-Wert über 190 mg/dl Zuschläge von 10 bis 20 %, in schwereren Fällen bis 30 %; Werte über 220 mg/dl könnten vor allem mit weiteren Risikofaktoren zur Ablehnung führen (Stand 01.07.2026). Das ist ein Erfahrungswert, keine Prognose.
Warum bekomme ich einen anderen Zuschlag als in der Tabelle?
Weil Tabellen nur grobe Spannen zeigen. Versicherer bewerten das Gesamtbild: Schweregrad, Verlauf, Behandlungsende, Medikamente, Kombinationen mehrerer Befunde und den gewünschten Tarif. Dieselbe Vorgeschichte kann bei einem Versicherer ohne und beim nächsten mit hohem Zuschlag angenommen werden.
Quellen
- § 203 VVG – Risikozuschlag und Leistungsausschluss
- § 198 VVG – Kindernachversicherung (Adoption: höchstens einfache Prämie)
- § 152 VAG – Basistarif
- PKV-Serviceportal: Lexikon Risikozuschlag – abgerufen 10.10.2026
- PKV-Verband: Merkblatt Öffnungsaktion für Beamte (max. 30 %) – Stand September 2022
- Finanztip: PKV-Beitrag senken (Zuschläge oft 10–20 %) – abgerufen 09.10.2026
- Ärzte Zeitung: Kippenfaktor für Tarif nicht relevant (Raucher in der PKV) – 13.05.2019
- transparent-beraten.de: Risikozuschlag PKV (Sekundärquelle, Makler-Erfahrungswerte) – 04.09.2026
- transparent-beraten.de: PKV mit Diabetes (Sekundärquelle) – 17.07.2026
- covago.de: PKV mit Vorerkrankungen – Risikozuschläge bei häufigen Vorerkrankungen (Sekundärquelle) – 05.09.2026
- covago.de: PKV mit Vorerkrankungen – Krebs, CED, Migräne (Sekundärquelle) – 05.09.2026
- covago.de: Risikozuschlag bei Übergewicht (Sekundärquelle) – 05.09.2026
- covago.de: PKV trotz ADHS (Sekundärquelle) – 05.09.2026
- marcusknispel.com: Vorerkrankungen in der PKV (Sekundärquelle) – 16.06.2026
- marcusknispel.com: Cholesterin und Risikozuschlag (Sekundärquelle) – 01.07.2026
- marcusknispel.com: PKV mit Depression (Sekundärquelle) – 04.07.2026
- beamtenservice.de: Risikozuschlag in der PKV (Sekundärquelle) – 16.06.2026
- covago.de: PKV mit Psychotherapie – Angst- und Anpassungsstörung (Sekundärquelle) – 05.09.2026, abgerufen 12.10.2026
- marcusknispel.com: PKV trotz Parodontitis (Sekundärquelle) – 01.07.2026, abgerufen 12.10.2026
- covago.de: PKV mit Parodontitis (Sekundärquelle) – 05.09.2026, abgerufen 12.10.2026
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der privaten Krankenversicherung mit Vorerkrankungen (Stand: 12. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Gesundheitliche Angaben auf dieser Seite sind allgemeine Erfahrungswerte, keine Prognose und keine ärztliche Beratung; über Annahme, Zuschlag oder Ausschluss entscheidet allein der Versicherer. Herausgeber: PKV-trotz-Vorerkrankung.de. PKV-trotz-Vorerkrankung.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.