Inhalt (10 Abschnitte)
- Vorerkrankungen von A bis Z: alle Diagnose-Seiten
- Was sind Vorerkrankungen in der PKV?
- PKV-Vorerkrankungen-Liste: häufige Diagnosen und typische Reaktionen
- Welche Vorerkrankungen häufig zur Ablehnung führen
- Weitere Vorerkrankungen von Migräne bis Endometriose
- Was bestimmt, wie ein Versicherer Ihre Vorerkrankung einordnet
- Die fünf möglichen Ergebnisse der Gesundheitsprüfung
- Dauererkrankungen: Warum Abwarten hier selten hilft
- Wege in die Krankenversicherung – für jede Situation
- So gehen Sie mit Vorerkrankung vor
- Eine offizielle Liste der Vorerkrankungen, die für die PKV ein Problem sind, gibt es nicht; als Vorerkrankung zählt im Antrag alles, wonach der Versicherer in Textform fragt (§ 19 VVG).
- Typische Abfragezeiträume: ambulant meist drei Jahre, stationär fünf bis zehn Jahre, psychische Erkrankungen häufig fünf bis zehn Jahre; bestehende Erkrankungen oft ohne Zeitgrenze.
- Leichte oder gut eingestellte Erkrankungen wie Heuschnupfen, Schilddrüsenunterfunktion oder Bluthochdruck führen nach Erfahrungswerten häufig zur Annahme, oft mit Zuschlag; Zuschläge machen laut Finanztip oft 10 bis 20 % des Beitrags aus.
- Häufig abgelehnt wird nach Makler-Erfahrungswerten bei laufender Psychotherapie, Diabetes Typ 1, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, starkem Übergewicht ab BMI 35 oder kurz nach einer Krebstherapie.
- Wege ohne Ablehnung sind der Basistarif, die Kindernachversicherung und für Beamte die Öffnungsaktion; vor jedem Normalantrag hilft eine anonyme Risikovoranfrage.
Eine offizielle PKV-Vorerkrankungen-Liste gibt es nicht: Als Vorerkrankung zählt im Antrag alles, wonach der Versicherer in Textform fragt (§ 19 VVG), und jeder Versicherer bewertet nach eigenen Richtlinien. Nach Erfahrungswerten führen leichte oder gut eingestellte Erkrankungen wie Heuschnupfen, Schilddrüsenunterfunktion oder Bluthochdruck häufig zur Annahme, oft mit Zuschlag; bei laufender Psychotherapie, Diabetes Typ 1 oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen kommt es häufig zur Ablehnung (Stand Oktober 2026).
So nutzen Sie diese Übersicht: Alle Spannen sind Erfahrungswerte aus genannten Quellen, keine Statistik und keine Prognose für Ihren Fall. Wir fragen Sie online nie nach Ihrer Gesundheit. Wie Versicherer bei Ihnen entscheiden würden, zeigt erst eine anonyme Risikovoranfrage mit vollständigen Unterlagen.
Vorerkrankungen von A bis Z: alle Diagnose-Seiten
Für häufige Diagnosen erklären wir auf eigenen Seiten nach demselben Schema: Ist eine PKV möglich? Was fragen die Anträge und wie weit zurück? Welche Reaktionen sind üblich? Was verbessert die Chancen – und welche Alternativen gibt es?
PKV trotz Psychotherapie: Zeiträume & Wege
Wie weit Anträge zurückfragen, was als Behandlung zählt und welche Reaktionen nach einer Therapie üblich sind.
Weiterlesen VorerkrankungPKV mit Depression in der Vorgeschichte
Einmalige Episode oder wiederkehrend, Antidepressiva, Abfragezeiträume – und welche Reaktionen Versicherer zeigen.
Weiterlesen VorerkrankungAngststörung, Anpassungsstörung & F-Diagnosen
Angst- und Panikstörung, Anpassungsstörung, F-Code auf der Krankschreibung: was Versicherer prüfen und welche Reaktionen üblich sind.
Weiterlesen VorerkrankungPKV mit ADHS: Annahme & Wege
ADHS in der Kindheit oder heute mit Medikamenten: was Versicherer prüfen, welche Reaktionen üblich sind, welche Wege bleiben.
Weiterlesen VorerkrankungPKV-BMI-Grenze: Übergewicht und Untergewicht
Ab welchem BMI Makler-Ratgeber Zuschläge oder Ablehnungen nennen – mit WHO-Tabelle und Gewichtsbeispielen.
Weiterlesen VorerkrankungPKV mit Bluthochdruck
Gut eingestellt oder mit Folgeschäden: welche Reaktionen üblich sind und welche Unterlagen helfen.
Weiterlesen VorerkrankungPKV mit Diabetes Typ 1 und Typ 2
Warum Typ 1 und Typ 2 so unterschiedlich bewertet werden, welche Zuschläge genannt werden und welche Wege bleiben.
Weiterlesen VorerkrankungPKV mit Asthma, Allergien oder Neurodermitis
Heuschnupfen, Asthma, Neurodermitis: welche Reaktionen üblich sind, was gefragt wird und wie Sie vorbereiten.
Weiterlesen VorerkrankungPKV nach Bandscheibenvorfall oder mit Rückenleiden
Zuschlag oder Ausschluss der Wirbelsäule? Was nach Bandscheibenvorfall, Physiotherapie oder OP üblich ist.
Weiterlesen VorerkrankungPKV nach einer Krebserkrankung
Was nach abgeschlossener Therapie möglich ist, welche Fristen üblich sind und welche Wege sicher offenstehen.
Weiterlesen VorerkrankungPKV mit Schilddrüsenerkrankung (Hashimoto)
Unterfunktion, Hashimoto, L-Thyroxin: welche Reaktionen üblich sind und was die Bewertung verbessert.
Weiterlesen VorerkrankungPKV trotz Parodontitis und Zahnbefund
Fehlende Zähne, Zahnersatz, angeratene Behandlung, Parodontitis: was die Zahnfragen erfassen und welche Reaktionen Versicherer zeigen.
Weiterlesen VorerkrankungPKV mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
Warum der Normaltarif meist verschlossen bleibt und welche Wege für Menschen mit CED sicher offenstehen.
Weiterlesen VorerkrankungPKV mit Schwerbehinderung oder chronischer Erkrankung
Was das Gleichbehandlungsgesetz verlangt, was Versicherer tatsächlich prüfen und welche Wege offenstehen.
Weiterlesen VorerkrankungKind von der PKV abgelehnt: Diese Wege bleiben
Warum Kinder nach Ablauf der Zwei-Monats-Frist geprüft werden und welche Wege nach einer Ablehnung offenstehen.
WeiterlesenWas sind Vorerkrankungen in der PKV?
Im Alltag denkt man bei „Vorerkrankung“ an eine ernste Diagnose. Für den PKV-Antrag ist der Begriff viel weiter: Vorerkrankung ist alles, wonach der Versicherer in Textform fragt. Das Gesetz verpflichtet Sie, diese Umstände bis zur Abgabe Ihrer Vertragserklärung anzugeben (§ 19 Abs. 1 VVG). Was nicht gefragt ist, müssen Sie nicht ungefragt offenlegen.
Typischerweise fragen Anträge nach Untersuchungen, Beratungen und Behandlungen in einem bestimmten Zeitraum, nach Medikamenten, Krankenhausaufenthalten, bestehenden Erkrankungen, Allergien, Behinderungen und dem Zustand der Zähne. Wie weit sie zurückreichen, unterscheidet sich nach Bereich:
| Bereich | Typischer Zeitraum |
|---|---|
| Ambulante Untersuchungen und Behandlungen | meist drei Jahre |
| Stationäre Behandlungen (Krankenhaus, Reha, Kur) | fünf bis zehn Jahre |
| Psychische Erkrankungen und Psychotherapie | häufig fünf bis zehn Jahre |
| Bestehende Erkrankungen, Beschwerden, Behinderungen | in vielen Anträgen ohne Zeitgrenze („bestehen derzeit …“) |
| Zähne | aktueller Zustand, angeratene oder geplante Behandlungen |
Ob eine frühere Behandlung noch in einem dieser Fenster liegt, zeigt der Abfragezeitraum-Rechner. Welche Fragen typisch sind und wie Sie sie sauber beantworten, erklären die Ratgeber PKV-Gesundheitsfragen und Gesundheitsfragen richtig beantworten.
PKV-Vorerkrankungen-Liste: häufige Diagnosen und typische Reaktionen
Die folgende Übersicht fasst zusammen, was seriöse Quellen und Makler-Ratgeber zu häufigen Diagnosen veröffentlichen. „Häufig“, „manchmal“ und „selten“ beschreiben, wie oft eine Annahme im Normaltarif nach diesen Erfahrungswerten gelingt – nicht Ihre persönliche Chance.
| Vorerkrankung | Annahme im Normaltarif | Häufige Reaktion (genannte Spanne) |
|---|---|---|
| Heuschnupfen, leicht | häufig | normale Annahme oder geringer Zuschlag (0–40 € im Monat) |
| Schilddrüsenunterfunktion, Hashimoto | häufig | kein oder moderater Zuschlag (0–25 % bzw. 25–60 € im Monat) |
| Bluthochdruck, gut eingestellt | häufig | Zuschlag (etwa 10–25 %); mit Organschäden ab 30 % oder Ablehnung |
| Asthma bronchiale, Neurodermitis | häufig | Zuschlag oder Ausschluss (Asthma 15–40 %, Neurodermitis 0–30 %) |
| Bandscheibenvorfall, ausgeheilt | häufig | Zuschlag (10–50 %) oder Ausschluss der Wirbelsäule |
| Übergewicht BMI 30 bis unter 35 | häufig | Zuschlag (etwa 10–40 %) |
| Parodontitis, behandelt; fehlende Zähne | häufig | Zuschlag (bei Parodontitis häufig 12–28 %), Ausschluss betroffener Zähne oder Zurückstellung |
| Psychotherapie, abgeschlossen | manchmal | Zuschlag (10–50 %), Ausschluss oder Ablehnung |
| Depression, einmalig und abgeschlossen | manchmal | Zuschlag (20–30 %); mit Rückfällen 40–50 % oder Ablehnung |
| ADHS nach mehrjähriger Behandlungsfreiheit | manchmal | Zuschlag (10–30 %) oder Ausschluss |
| Angststörung oder Anpassungsstörung, abgeschlossen | manchmal | Zuschlag (Angststörung 30–50 %, leichte Anpassungsstörung 10–20 %) oder Ausschluss |
| Diabetes Typ 2, gut eingestellt | manchmal | hoher Zuschlag (25–100 %, im Schnitt rund 30 %) |
| Krebserkrankung, Therapie über fünf Jahre her | manchmal | je nach Erkrankung Zuschlag, Ausschluss oder Ablehnung |
| Übergewicht ab BMI 35 | selten | häufig Ablehnung; sonst hohe Zuschläge |
| laufende Psychotherapie oder ADHS-Behandlung | selten | in der Regel Ablehnung oder Zurückstellung |
| Diabetes Typ 1 | selten | im Normaltarif oft Ablehnung |
| Morbus Crohn, Colitis ulcerosa | selten | nahezu durchgängig Ablehnung |
| Schwerbehinderung | abhängig von der Ursache | Ablehnung allein wegen Behinderung unzulässig (PKV-Verband, § 20 AGG) |
Ausführlichere Zahlen mit Quellenangabe je Zeile, auch zu Cholesterin, Migräne und Rauchen, finden Sie in der Risikozuschlag-Tabelle. Wie Zuschläge funktionieren und wie sie über die Jahre wachsen, erklärt der Ratgeber PKV-Risikozuschlag.
Welche Vorerkrankungen häufig zur Ablehnung führen
Laut PKV-Verband erfolgen die meisten Ablehnungen wegen schwerer Vorerkrankungen. Makler-Ratgeber nennen als Diagnosen, bei denen nahezu alle Versicherer im Normaltarif ablehnen, unter anderem HIV-Infektionen, Multiple Sklerose und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen; dazu kommen laufende psychotherapeutische Behandlungen, Diabetes Typ 1 und Krebserkrankungen in den ersten Jahren nach der Therapie.
Eine Ablehnung bei einem Versicherer heißt aber nicht, dass alle anderen genauso entscheiden. Der PKV-Verband weist selbst darauf hin, dass ein anderer Versicherer durchaus zu einem anderen Ergebnis kommen kann. Weil viele Anträge nach früheren Ablehnungen fragen, ist die Reihenfolge entscheidend: erst anonym prüfen, dann beantragen. Was nach einer Ablehnung zu tun ist, erklärt der Ratgeber PKV abgelehnt – was tun?.
Weitere Vorerkrankungen von Migräne bis Endometriose
Für viele Diagnosen gibt es keine eigene Seite, aber wiederkehrende Fragen. Die folgende Übersicht beschreibt nur allgemein, worauf Versicherer typischerweise achten – ohne Spannen und ohne Prognose für Ihren Fall:
| Vorerkrankung | Worauf Versicherer typischerweise achten | Typische Reaktion laut Makler-Ratgebern |
|---|---|---|
| Migräne | Häufigkeit und Schwere der Anfälle, Migräne mit Aura, vorbeugende Dauertherapie – teure Antikörper-Prophylaxen werten Versicherer als Hinweis auf ein hohes Kostenrisiko | keine pauschale Ablehnung; je nach Verlauf Annahme oder Zuschlag, bei chronischer Migräne Ablehnung oder sehr hoher Zuschlag |
| Tinnitus | ob die Ohrgeräusche abgeklungen oder dauerhaft sind, Behandlungen und Befunde im Abfragezeitraum | Annahme mit Zuschlag oder Leistungsausschluss |
| Schlafapnoe | Schweregrad, konsequente Therapie (z. B. Atemmaske), Begleiterkrankungen und Körpergewicht; Schlaflaborberichte und Therapienachweise helfen | stark unterschiedlich: gelegentlich normale Annahme, häufiger Zuschlag; schwer und unbehandelt oft Ablehnung |
| Herzfehler | Art des Herzfehlers, ob er operativ korrigiert ist, nötige Kontrollen und Medikamente; davon zu unterscheiden sind erworbene Herzerkrankungen wie die koronare Herzkrankheit | für Herzfehler keine belastbaren veröffentlichten Erfahrungswerte gefunden; bei koronarer Herzkrankheit oder nach Herzinfarkt meist Ablehnung; Neugeborene über die Kindernachversicherung ohne Gesundheitsprüfung |
| Epilepsie | vor allem, wie lange Anfallsfreiheit besteht, dazu Medikamente und Kontrollen | bei Anfällen in jüngerer Zeit meist Ablehnung; nach mehrjähriger Anfallsfreiheit Annahme mit Zuschlag möglich |
| Multiple Sklerose (MS) | unvorhersehbarer Verlauf und hohe Therapiekosten | nahezu durchgängig Ablehnung im Normaltarif |
| Rheuma (rheumatoide Arthritis) | Krankheitsaktivität, Dauerbehandlung und Folgeschäden | meist Ablehnung, teils Zuschlag kombiniert mit Leistungsausschluss |
| Psoriasis (Schuppenflechte) | Ausdehnung, Gelenkbeteiligung (Psoriasis-Arthritis) und Art der Therapie, etwa Biologika | milde Hautpsoriasis meist Zuschlag oder Ausschluss; mit Gelenkbeteiligung oder Biologika höhere Zuschläge oder Ablehnung |
| Endometriose | laufende Behandlung, Operationen und Beschwerden im Abfragezeitraum | Annahme mit Zuschlag oder Leistungsausschluss |
Gerade bei diesen Diagnosen liegen die Bewertungen der Versicherer weit auseinander. Ehrliche Antworten gibt es deshalb nur mit vollständigen Unterlagen: über eine anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern, bevor Sie einen Antrag stellen. Wie Sie die Unterlagen dafür zusammenstellen, zeigt der Risikovoranfrage-Fahrplan.
Was bestimmt, wie ein Versicherer Ihre Vorerkrankung einordnet
Dieselbe Diagnose kann sehr unterschiedlich bewertet werden. Wie ein Versicherer entscheidet, hängt vom Einzelfall ab:
Behandlungsende
Abgeschlossen oder laufend? Eine laufende Behandlung führt häufig zur Ablehnung oder Zurückstellung, eine lange abgeschlossene wird milder bewertet.
Schweregrad und Verlauf
Einmalig oder wiederkehrend, leicht oder schwer, stabil oder mit Komplikationen – das wiegt mehr als die Diagnose selbst.
Medikamente und Kontrollen
Dauermedikation und regelmäßige Kontrollen signalisieren laufende Kosten und machen eine Erkrankung im Antrag meist zu einer bestehenden.
Kombinationen
Mehrere Befunde zusammen, etwa Übergewicht, Bluthochdruck und erhöhte Blutzuckerwerte, werden oft strenger bewertet als jeder für sich.
Unterlagen
Vollständige Akten und ein aktueller Arztbericht beantworten Rückfragen vorab. Unklare Angaben werden eher vorsichtig bewertet.
Versicherer und Tarif
Jeder Versicherer hat eigene Annahmerichtlinien; je umfangreicher der Tarif, desto größer das Kostenrisiko, das bewertet wird.
Die fünf möglichen Ergebnisse der Gesundheitsprüfung
Am Ende jeder Prüfung steht ein Votum. Bei Vorerkrankungen kommen alle fünf Varianten vor:
- Annahme zu Normalbedingungen: kein Aufschlag, kein Ausschluss.
- Annahme mit Risikozuschlag: ein prozentualer Aufschlag auf den Beitrag; die Vorerkrankung ist voll versichert. Gesetzlich muss er nur angemessen sein (§ 203 Abs. 1 VVG).
- Annahme mit Leistungsausschluss: Behandlungen einer bestimmten Erkrankung sind nicht versichert – mehr dazu im Ratgeber Leistungsausschluss.
- Zurückstellung: Der Versicherer entscheidet erst später, etwa nach Abschluss einer Behandlung.
- Ablehnung: Der Versicherer nimmt den Antrag nicht an.
Wie die Prüfung abläuft und welche Rechte Sie dabei haben, erklärt der Ratgeber PKV-Gesundheitsprüfung. Was ein Zuschlag in Euro über die Jahre kostet, rechnet der Risikozuschlag-Rechner.
Dauererkrankungen: Warum Abwarten hier selten hilft
Chronische Erkrankungen sind für den Antrag ein Sonderfall: Werden sie laufend behandelt oder kontrolliert, gelten sie in vielen Anträgen als bestehende Erkrankung – unabhängig davon, wie lange die Diagnose zurückliegt. Ein Abwarten bis zum Ende eines Abfragezeitraums hilft dann nicht. Entscheidend ist, wie gut die Erkrankung eingestellt ist und welche Kosten aus Sicht des Versicherers zu erwarten sind. Für Menschen mit Schwerbehinderung gilt zusätzlich: Allein wegen einer Behinderung darf kein Versicherer ablehnen. Mehr dazu auf der Seite PKV chronisch krank oder mit Schwerbehinderung.
Wege in die Krankenversicherung – für jede Situation
| Weg | Gesundheitsprüfung | Für wen |
|---|---|---|
| Anonyme Risikovoranfrage, dann Normaltarif | ja, aber vorab ohne Antrag und ohne Namen | alle, die in die PKV dürfen und mehrere Voten vergleichen wollen |
| Basistarif | nur für den Risikoausgleich; Aufnahmepflicht ohne Zuschlag | vor allem Menschen ohne Zugang zur GKV; Beitrag 2026 höchstens 1.017,18 € |
| Öffnungsaktion | ja, aber keine Ablehnung; Zuschlag höchstens 30 % | Beamtinnen und Beamte binnen sechs Monaten nach Verbeamtung |
| Kindernachversicherung | nein | Neugeborene, Anmeldung binnen zwei Monaten nach Geburt |
| GKV plus Zusatzversicherung | GKV nein; Zusatzversicherung je nach Tarif | alle mit Zugang zur GKV |
Ehrlich gesagt ist die gesetzliche Krankenversicherung für viele Menschen mit schweren oder laufend behandelten Erkrankungen die bessere Wahl: keine Gesundheitsprüfung, keine Zuschläge, keine Ausschlüsse. Ob sich die PKV mit Zuschlag gegenüber der GKV rechnet, prüft der Vergleichsrechner PKV mit Zuschlag oder GKV. Mehr zu den Sonderwegen: PKV ohne Gesundheitsprüfung, für Beamte die Öffnungsaktion für Beamte und für Kinder die Seite Kind von der PKV abgelehnt.
So gehen Sie mit Vorerkrankung vor
Wege klären
Der kostenlose Annahme-Check zeigt in 60 Sekunden, welche Wege zu Ihrem Status passen – ohne eine einzige Gesundheitsfrage.
Unterlagen beschaffen
Behandlungsakten anfordern – die erste Kopie ist seit 06.02.2026 kostenlos (§ 630g BGB) – und den Leistungsauszug der Krankenkasse dazulegen. Wie das geht: Patientenakte anfordern.
Anonym prüfen
Über eine anonyme Risikovoranfrage mehrere Versicherer einschätzen lassen – ohne Antrag, ohne Ablehnung in der Antragshistorie.
Vollständig beantragen
Erst dann beim gewählten Versicherer beantragen, mit denselben vollständigen Angaben. Fehlt eine erfragte Angabe, kann der Versicherer in der PKV grundsätzlich drei Jahre lang zurücktreten oder den Vertrag anpassen, bei Vorsatz oder Arglist zehn Jahre.
Risikovoranfrage-Fahrplan kostenlos per E-Mail
Ablauf, Unterlagen, Musterbriefe und Checkliste auf 10 Seiten. Sie brauchen dafür keine Gesundheitsangaben.
- Schritt für Schritt zur anonymen Risikovoranfrage
- Musterbriefe für Behandlungsakte und Krankenkasse
- Fristen und Ihre Rechte (§§ 19–22, 41 VVG)
Geschafft! Vielen Dank! Wir senden Ihnen Ihr Ergebnis per E-Mail. In der Regel innerhalb von 24 Stunden (werktags) meldet sich ein spezialisierter Experte aus unserem Partnernetzwerk bei Ihnen.
Risikovoranfrage-Fahrplan (PDF)Häufige Fragen
Welche Vorerkrankungen sind für die PKV ein Problem?
Eine feste Liste gibt es nicht. Nach Erfahrungswerten von Makler-Ratgebern führen vor allem laufende Psychotherapie, Diabetes Typ 1, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, starkes Übergewicht ab BMI 35 und Krebserkrankungen in den ersten Jahren nach der Therapie häufig zur Ablehnung. Viele andere Diagnosen wie Bluthochdruck, Asthma oder Rückenleiden führen eher zu Zuschlägen oder Ausschlüssen.
Was zählt als Vorerkrankung bei der PKV?
Alles, wonach der Antrag in Textform fragt (§ 19 Abs. 1 VVG): Untersuchungen, Beratungen und Behandlungen im abgefragten Zeitraum, Medikamente, Krankenhausaufenthalte, bestehende Erkrankungen und Beschwerden. Auch eine Untersuchung ohne Befund oder eine Physiotherapie kann dazugehören. Maßgeblich ist immer der genaue Wortlaut.
Welche Wege in die PKV gibt es ohne Ablehnungsrisiko?
In einen Normaltarif muss Sie kein Versicherer aufnehmen. Ohne Gesundheitsprüfung für die Annahme gibt es nur Sonderwege: den Basistarif mit Aufnahmepflicht (§ 152 VAG), die Kindernachversicherung für Neugeborene (§ 198 VVG) und für Beamte die Öffnungsaktion. Im Normaltarif zeigt eine anonyme Risikovoranfrage, welche Versicherer annehmen würden.
Wie prüft die private Krankenversicherung Vorerkrankungen beim Antrag?
Anhand Ihrer Antworten auf die Gesundheitsfragen und der Unterlagen, die Sie beilegen. Bei Unklarheiten fragt der Versicherer nach oder holt mit Ihrer Einwilligung Auskünfte bei Ärzten oder Krankenhäusern ein (§ 213 VVG). Am Ende steht ein Votum: Annahme, Zuschlag, Ausschluss, Zurückstellung oder Ablehnung.
Kann ich mit einer chronischen Krankheit in die PKV?
Häufig ja, abhängig von Diagnose, Einstellung und Verlauf. Gut eingestellte chronische Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Schilddrüsenunterfunktion führen nach Erfahrungswerten oft zu einem Zuschlag; bei aufwendiger Dauerbehandlung kommt es auch zu Ablehnungen. Dann bleiben Basistarif und gesetzliche Krankenversicherung.
Muss ich jede Erkältung im PKV-Antrag angeben?
Wenn der Antrag nach allen Untersuchungen und Behandlungen im Zeitraum fragt, gehört grundsätzlich auch ein Arztbesuch wegen einer Erkältung dazu. Ob Bagatellen ausgenommen sind, steht im Wortlaut der Frage – im Zweifel angeben.
Quellen
- § 19 VVG – Anzeigepflicht
- § 203 VVG – Risikozuschlag und Leistungsausschluss
- § 213 VVG – Erhebung personenbezogener Gesundheitsdaten
- § 198 VVG – Kindernachversicherung
- § 152 VAG – Basistarif
- PKV-Verband: Muss eine private Krankenversicherung mich aufnehmen? – abgerufen 10.10.2026
- PKV-Verband: Ablehnung und Kündigung – abgerufen 10.10.2026
- PKV-Verband: Merkblatt Öffnungsaktion für Beamte mit Vorerkrankungen oder Behinderungen – Stand September 2022
- Allianz: Private Krankenversicherung trotz Vorerkrankung (Abfragezeiträume, Versichererangabe) – aktualisiert 28.09.2026
- Finanztip: PKV-Beitrag senken (Zuschläge oft 10–20 %) – abgerufen 09.10.2026
- covago.de: PKV mit Vorerkrankungen (Sekundärquelle, Makler-Erfahrungswerte) – 05.09.2026
- covago.de: Risikozuschläge bei häufigen Vorerkrankungen (Sekundärquelle) – 05.09.2026
- marcusknispel.com: Vorerkrankungen in der PKV (Sekundärquelle, Makler-Erfahrungswerte) – 16.06.2026
- transparent-beraten.de: Risikozuschlag PKV (Sekundärquelle, Makler-Erfahrungswerte) – 04.09.2026
- covago.de: PKV mit Psychotherapie (Sekundärquelle; Angst- und Anpassungsstörung) – 05.09.2026, abgerufen 12.10.2026
- marcusknispel.com: PKV trotz Parodontitis (Sekundärquelle, Makler-Erfahrungswerte) – 01.07.2026, abgerufen 12.10.2026
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der privaten Krankenversicherung mit Vorerkrankungen (Stand: 12. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Gesundheitliche Angaben auf dieser Seite sind allgemeine Erfahrungswerte, keine Prognose und keine ärztliche Beratung; über Annahme, Zuschlag oder Ausschluss entscheidet allein der Versicherer. Herausgeber: PKV-trotz-Vorerkrankung.de. PKV-trotz-Vorerkrankung.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.